Wie gestalten wir Zukunft?


Potential und Vorstellungskraft



Gerhard Luhn / Gerald Hüther




Eine Einladung:
Unser Anliegen ist es, mit Ihnen eine neue Sichtweise zu entwickeln.
Seit einigen Jahren arbeiten die beiden Autoren an einer Sichtbarmachung der Gründe für unsere sich aufspaltende Gesellschaft. Sie erkunden tiefliegende Ursachen für das durch Kurzfristigkeit geprägte, und unterschiedlichsten Motiven unterliegende Verhalten, ob in Klima- oder Corona-Krise. Unser Getrieben-sein und die zunehmende, gefühlte Verkettung an einen Prozess der "Globalisierung" erzeugen Unsicherheit und Angst.
Wir kommen dagegen zu folgendem Ergebnis:
Unsere Natur scheint darauf zu gründen, dass wir alle zutiefst nach Unbestimmtheit streben.
Das Wachstum des Gehirns ermöglicht die Fähigkeit, aus einem Abstand zu sich selbst zu handeln und unser Vorstellungsvermögen zu entwickeln.
Das klingt zunächst befremdlich, da wir doch eher Sicherheit suchen.
Wir streben aber beständig nach der Möglichkeit, in einem Erlebnisraum fühlbaren Zusammenhalts unsere Potentiale selbst entwickeln und ausprobieren zu können.
Nur scheint es leider so zu sein, dass wir dies wieder mehr verlernen - dass uns dieser Abstand zu uns selbst verloren geht. Denn unser heutiges Weltbild feiert den weltumspannenden Algorithmus, die künstliche Intelligenz. In diesem Weltbild sind wir evolutionäre Automaten, die niemals Übersicht und einen Abstand zu sich selbst benötigen. Dabei ist dies die Quelle von Vernunft und Moral.

Wir sind auf neuere Erkenntnisse im Zusammenspiel von Physik, Neurobiologie und Logik gestoßen, die dieses veraltete Weltbild auf den Kopf zu stellen. Wir möchten Sie dazu einladen, schrittweise in eine neue Sichtweise einzusteigen. Es geht darum, die Grundlagen, Möglichkeiten und Chancen unseres Selbst völlig neu zu betrachten, und uns auf diesen Grundlagen Mut für eine gemeinsame Zukunft zu geben.
Die Kernthese dabei ist:

Im heutigen Weltbild erscheint "Vorstellungskraft" als eine unsystematische und antiquierte Eigenschaft. Physik, Neurobiologie und Logik erschließen Vorstellungskraft jedoch als ein Vermögen, das dasjenige kontinuierlich erschafft, was uns heute immer mehr verlorengeht: 
Autonomie, Verbundenheit, die Quellen von Vernunft un Moral.

Unser bisheriges Weltbild unterliegt einem physikalisch hochwirksamen, aber weitgehend unerkannten "globalen Attraktor". Dessen Wirkung gründet einerseits auf einer Maximierung der weltweiten Produktion von Entropie. Andererseits minimiert dieser globale Attraktor menschliche Freiheit (bzw. Spielräume) durch eine global-synchronisierte (umgangssprachlich: machtorientierte) Gleichschaltung aller Gehirne. Wir schlagen vor, Physik und Neurobiologie neu zu denken. Denn unser Denken und Handeln, unsere Ideen und unser Körper gestalten beständig lokale Attraktoren, die dennoch Anteil haben an einem größeren Ganzen in jeder meschlichen Gemeinschaft. Die Zusammenfassung unseres Vorschlags ist im nächsten Block. 

1. Alle Prozesse in der Natur streben nach Durchmischung oder "Unordnung". Die Physiker nennen dies "Wachstum von Entropie". Das Leben und speziell unser Bewusstsein widerstreben dem aber und erzeugen selbsttätig eigene Ordnung (die Physiker nennen dies Attraktoren oder Phasenräume). Dabei erzeugen sie jedoch weitere Unordnung (Nahrungsumsetzung etc.).

2. Die Menschheitsgeschichte ist gekennzeichnet durch Sprünge in der Erschließung neuer Wege zur Erhöhung des Wachstums von Entropie. Dazu zählen die Beherrschung des Feuers und die damit einhergehenden Umstellung der Ernährung bis zur Erfindung der Landwirtschaft (weitere Ernährungsumstellung) und schließlich die Erschließung fossiler Ressourcen. Die zunehmende  Geschwindigkeit der Neuzeit bringt weitere Ernährungsumstellungen ("Fast-Food"). Durch diesen sich selbst beschleunigenden Kreislauf des Wirtschaftens schaffen wir einen immer mehr dominierenden globalen Attraktor (Phasenraum) eines Ausmaßes, der erstmals in der Menschheitsgeschichte die Kräfte und Energien globaler Großwetterlagen übersteigt. Dies führt in eine "Rutschbahn" der ständigen Anhäufung von "Besitz" (Herrschaft: Macht über eine Sache) und deren Verwandlung in Entropie. "Besitz" ist danach eine immerzu abrufbare Quelle der Erhöhung des globalen Entropiewachstums: der globale Attraktor.

3. Die Werkzeuge der Digitalisierung führen uns jedoch von sich aus die "Grenzen des Wachstums" vor Augen und zwingen uns, denjenigen Agenten wieder mit in die Betrachtungsweise aufzunehmen, den die moderne, am Determinismus orientierte Wissenschaft systematisch aus ihren Fundamenten entfernt und durch überzeitlich geltende "Naturgesetze" ersetzt hat:
                                      den Menschen.
4. Unser heutiges Weltbild bindet uns in eine Perspektive, nach der Lebewesen oder Menschen gar nicht "selbsttätig" agieren. Vielmehr beruhe ihre Aktivität auf automatisch ablaufenden Algorithmen bzw. von uns losgelöst geltenden Naturgesetzen. Dem widerspricht die Erfindung der Demokratie und die Erkennntis menschlicher Würde.

5. Folglich können wir heute immer weniger erkennen (unser Weltbild sorgt für eine "innere" Blindheit), dass dieses heutige Bewusstsein einer überproportional steigenden Tendenz des "Wachstums von Entropie" folgt, das sich im ständig wachsenden Energieverbrauch zeigt. Dies entspricht einem "Herrschafts-Modell" des Geistes, was sich in einer zentral organisierten Steuerung zeigt. Daher das immense Wachsen von Amazon, Google und allen Institutionen, die unser Entscheidungsvermögen als einen "Algorithmus" feiern. Die Berufung auf überzeitlich geltende Naturgesetze zieht sich wie ein roter Faden durch sämtliche Fragen nach der Rechtfertigung von Handlungen und Verantwortung. So wird - mit falscher Berufung auf den Naturforscher Charles Darwin - das "Recht des Stärkeren" bzw. neuere Spielarten des "survival of the fittest" als geltendes Naturgesetz gesetzt. Herrschen gelingt am besten durch Schüren von Angst. Unsere Gesellschaft wird immer anfälliger und empfänglicher für die Verbreitung von Angst, die auf die Leugnung der Fähigkeit zum selbsttätigen Handeln aufbaut. Das Erkennen der Fähigkeit zum selbsttätigen Handeln ist aber die Grundlagen für Demokratie und Menschenwürde.

6. Wenn wir allerdings erkennen, dass Leben und insbesondere bewusstes Leben darauf aufbaut, ständig an einem subjektiv erlebten gemeinsamen Ganzen, an neuen Zukunftsentwürfen zu arbeiten, können wir eine innere Korrektur dieses Kurses bewirken. Dafür erfanden bewusste Lebewesen sogar die Sprache. Denn, und dies wollen wir im Detail gemeinsam betrachten:

a)
"Naturgesetze" dienen für alle Lebewesen der internen Ordnung bereits geschehener Ereignisse (es gibt also keine "ewigen Naturgesetze", wie uns die neuere Quantenphysik zeigt);

b) es ist die "Aufgabe" von Bewusstheit, ein eigenes,
autonomes Selbst herauszubilden, das nicht willenlos den "Gesetzen des Marktes / der Macht"  oder anderen Gesetzen folgt. Unser Geist – und insbesondere unsere Sprache – befreit uns von gesetzgebenden Gewalten, schafft damit die Möglichkeit eines herrschaftsfreien Diskurses ("diskursive Phasenräume"), aller Poesie, dient dem Abbau von Angst und offenbart eine grundlegende Logik des Universums;

c) denn damit entwickeln wir Vorstellungen, die uns nicht mehr als einem globalen Attraktor ausgelieferte Objekte, sondern als sich
verbindende Subjekte offenbaren. 

Gerhard Luhn

Wir erleben eine Zeit des Umbruchs. Gewohntes fällt weg, nur der Einzelne bleibt. Scheinbar.
Zukunft. Unbestimmtheit. Klarheit.
Wahrscheinlich ist es ganz einfach. Die Tendenz ist da, alles zu definieren, fest-zu-stellen und das dann "Wahrheit" zu nennen. Das ist sehr erfolgreich. 1000 Jahre - versprochen!
Jetzt geht aber die Geschichte weiter. Wahrheit ist scheinbar keine Fest-Stellung.
Es braucht Sie, alle, jeden. Auch alles Leben.


Im Bereich "Potential und Vorstellungskraft" stellen wir das Thema genauer vor. Das sieht zunächst selbst eher wissenschaftlich aus. Wichtig sind aber die Schlussfolgerungen.
Diese stellen wir im Bereich "Wie weiter" zusammen.
Hier bitten wir Sie um ihre Meinung. Zu allem, was Sie mitteilen möchten.
Wie das geschehen soll ist dort genauer erklärt.

Meine Arbeit

Wir leben im Informationszeitalter, und es macht Freude, daran mitzugestalten. Als Ingenieur, als Wissenschaftler. Unsere Kultur füttert uns mit unterschiedlichsten Erfahrungen. Maschinen werden scheinbar zu Alleskönnern. Naturgemäß müssen nun Menschen auf den Plan treten, Maschinen-Menschen zu neuen Göttern zu erheben.
Andere Menschen berufen sich direkt auf Gott, um eigene Willkür zu rechtfertigen.
Wieder andere liegen irgendwo dazwischen - wir alle.
Wie ginge es anders? Was wäre besser? Was können wir tun?

Was treibt mich an?

Ich erlebe unbändige Neugier. Jeder hat sie. Sie ist nicht immer vernünftig, aber frei.
Sie will gelebt werden. Hat das einen Sinn?
Ja, aber der verlangt von uns, Zukunft zu bauen.
Vielleicht ist es so: Es gibt etwas dahinter, aber nicht losgelöst.
Der Mainstream sagt dagegen: das kann nicht sein!
Es scheint unser Job zu sein, das aufs Tablett zu bringen. Für unsere Kinder - zumindest.

Joie, joy, Freude - Vorstellungskraft

ein Bild von Sophie Cau, Radebeul, https://www.sophiecau.com/

Wir möchten Sie einladen!